Untersuchungen

Hinweise auf eine pulmonale Hypertonie können sich bereits aus der körperlichen Untersuchung, aus Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG), dem Röntgenbild des Brustkorbes (Röntgen-Thorax) und der Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) ergeben.

Abbildung: Diagnose

In der Echokardiographie kann man die Funktion der Herzkammern beurteilen und die Höhe eines bestehenden Lungenhochdrucks abschätzen. Diese Untersuchung erfolgt mit dem Ultraschallkopf von außen an der Brustkorbwand und ist für den Patienten schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.

Abbildung: Röntgen

Die exakten Blutdruckwerte und der Blutfluss im Lungengefäßsystem lassen sich nur mit der Rechtsherzkatheteruntersuchung ermitteln. Hier wird über einen kleinen Schnitt in der Leistengegend ein Katheter bis in das rechte Herz vorgeschoben.

Abbildung: OP

Um festzustellen, ob andere Krankheiten wie Blutgerinnsel in der Lunge oder eine Versteifung des Gewebes (chronische Lungenembolie oder Lungenfibrose) der Grund für die Erkrankung sind, werden Atemtests (Lungenfunktionstests) und Verfahren wie schichtweises Röntgen (Computertomographie [CT]) oder radioaktive Untersuchung (Szintigraphie) angewendet. Wichtig sind hierfür auch Blutuntersuchungen im Labor. Die einzelnen Untersuchungen wird der Arzt genau erklären.

Abbildung: Labor

Wie schwer der einzelne Patient durch die pulmonale Hypertonie körperlich beeinträchtigt ist, wird von den Ärzten mit Hilfe einer Skala, der angepassten NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) und dem 6-Minuten-Gehstreckentest abgeschätzt.

Angepasste NYHA*-Klassifikation bei pulmonaler Hypertonie, nach der PPH-Weltkonferenz in Evian, 1998
(Quelle: Olschewski et al., Internist 2002; 43: 1498-1509)
Klasse I Patienten mit pulmonaler Hypertonie ohne Einschränkung der körperlichen Aktivität. Normale körperliche Belastungen führen nicht zu vermehrter Dyspnoe (= Atemnot) oder Müdigkeit, thorakalen (= in der Brust) Schmerzen oder Schwächeanfällen.
Klasse II Patienten mit pulmonaler Hypertonie mit einer leichten Einschränkung der körperlichen Aktivität. Keine Beschwerden in Ruhe. Normale körperliche Aktivität führt zu vermehrter Dyspnoe oder Müdigkeit, thorakalen Schmerzen oder Schwächeanfällen.
Klasse III Patienten mit pulmonaler Hypertonie mit deutlicher Einschränkung der körperlichen Aktivität. Keine Beschwerden in Ruhe. Bereits leichtere als normale Belastungen führen zu Dyspnoe oder Müdigkeit, thorakalen Schmerzen oder Schwächeanfällen.
Klasse IV Patienten mit pulmonaler Hypertonie mit Unfähigkeit, irgendwelche körperliche Belastung ohne Beschwerden auszuführen. Zeichen der manifesten Rechtsherzinsuffizienz (offenkundige Rechtsherzschwäche). Dyspnoe und/oder Müdigkeit können bereits in Ruhe vorhanden sein. Bei geringster Aktivität werden die Beschwerden verstärkt.

* New York Heart Association

Auch die Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Therapieverlauf kann mit diesen Methoden dokumentiert werden.