Ursachen des Lungenhochdrucks

Aus teilweise ungeklärten Gründen neigen die Blutgefäße der Lunge (Pulmonalarterien) bei Patienten mit chronischem Lungenhochdruck zur Verengung (Vasokonstriktion). Außerdem lagern sich Blutplättchen an die Gefäßwand an und die Zellen der Gefäßwand neigen zu verstärktem Wachstum. Das führt zu einer zusätzlichen Verengung des inneren Durchmessers.

Abbildung: Ursachen des Lundenhochdrucks

Diese drei Faktoren führen dann zu einem Ansteigen des Blutdrucks in der Lunge. Wenn die rechte Herzkammer über einen langen Zeitraum gegen den ungewohnt hohen Druck ankämpfen muss, wird die Pumpleistung immer schwächer und es kann zum Herzversagen kommen.

Der Grund für die Veränderungen der arteriellen Lungengefäße ist eine Störung in der Funktion der inneren Wand (Endothel).

Dadurch werden Stoffe, die das Gefäß verengen (z. B. Thromboxan und Endothelin), verstärkt produziert, während Stoffe, die das Gefäß erweitern und schützen (z. B. Prostazyklin oder Stickstoffmonoxid), zu wenig vorhanden sind. Blutplättchen können sich leichter an die Gefäßwand anlagern und zu kleinen Blutgerinnseln in den Lungengefäßen führen (Thrombosis in situ).

Bei der primären pulmonalen Hypertonie (PPH), die nach der neuen Einteilung (3. Weltsymposium zur Pulmonal Arteriellen Hypertonie, Venedig, 2003) als idiopathische (d. h. ohne erkennbare Ursache) und familiäre pulmonal arterielle Hypertonie (IPAH, FPAH) bezeichnet wird, spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle.

  1. Pulmonal arterielle Hypertonie
    (z. B. idiopathische PAH [IPAH] und PAH bei Erkrankungen des Bindegewebes [Kollagenosen])
  2. Pulmonale Hypertonie bei Linksherzerkrankung
    (PVH Pulmonal venöse Hypertonie – z. B. bei Funktionsstörungen der linken Herzkammer)
  3. PH bei Erkrankungen der Lungen oder Sauerstoffmangel
    (z. B. chronisch obstruktive [verengte] Lungenerkrankung – COPD)
  4. PH aufgrund chronischer Lungenarterienembolien
    (verschleppter Blutgerinnsel)
  5. Andere seltene Erkrankungen, die einen Lungenhochdruck verursachen können

Vereinfachte Darstellung zur Einteilung der Formen pulmonaler Hypertonie, vorgeschlagen auf dem Weltsymposium zur PAH in Venedig 2003